Sonntagsessen.
Alte Szene.
Ich hätte ablehnen können. Ich hätte mich um meinen Seelenfrieden kümmern können.
Doch dann schickte Marcus eine separate Nachricht: Tyler fragte, ob du kommst.
Also ging ich hin.
Tante Sharons Esszimmer war wie aus einem Designmagazin entsprungen: neutrale Farben, aufeinander abgestimmtes Tischgedeck und ein professionell arrangiertes Gesteck. Leise im Hintergrund lief Sinatra, als wolle er uns zivilisieren.
Tyler rannte auf mich zu, sobald ich hereinkam. „Da bist du ja!“, rief er, seine Freude so laut, dass sie die Spannung durchbrach.
„Hey, Mann“, sagte ich und umarmte ihn.
Lauren stand mit geradem Rücken und sanftem Lächeln an der Kücheninsel. Derek schwebte wie ein Schatten hinter ihr.
Meine Mutter blickte mich mit einem Ausdruck von Erleichterung und Warnung zugleich an.
Wir setzten uns.
Onkel Paul räusperte sich, als wolle er eine Ankündigung machen. „Na“, sagte er mit gezwungener Fröhlichkeit, „ist das nicht komisch?“
Niemand lachte.
Tante Sharon reichte mit übertriebener Herzlichkeit Teller herum. „Grüne Bohnen, Jenna?“, fragte sie, als hätte sie mich nicht zwei Wochen zuvor mit einer Vielfraß verglichen.
„Klar“, antwortete ich.
Lauren sagte zunächst nichts.
Sie sah mich an, als wäre ich ein Gegner am Schachbrett.
Mitten im Essen lächelte sie dann und sagte fröhlich: „Na, Jenna, wie läuft’s im Job? Immer noch … im Immobilienmanagement?“
Es herrschte Stille im Raum.
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