Sie drehte sich lautlos um. Keine Bewegung war überflüssig. Sie hatte ihre Einkäufe noch nicht beendet – diese Symbole zerbrochenen häuslichen Glücks. Sie verließ einfach die Küche und ging, ohne ihn anzusehen, den Flur entlang zur Haustür. Ihre Schritte waren gleichmäßig und selbstsicher. Keine Eile, kein Aufhebens. Igor, überrascht von diesem Manöver, folgte ihr, immer noch an seinem Apfel kauend.
„Wo gehst du hin? Packst du jetzt deine Sachen? So, Schluss mit dem Theater.“
Irina erreichte die Tür, griff nach dem Schlüssel und drehte ihn um. Es ertönte ein lautes, deutliches Klicken. Dann zog sie die Tür zu sich; sie schwang lautlos auf und ließ kühle Luft und das gedämpfte Licht aus dem Treppenhaus in den Flur strömen. Sie wandte sich ihm zu. Ihr Gesicht verriet weder Wut noch Schmerz. Nur die kalte, distanzierte Ruhe einer Chirurgin, die sich auf eine Amputation vorbereitete.
„Igor, du hast mir versprochen, dass deine Eltern uns nach dem letzten Skandal nicht mehr besuchen kommen würden!“ Warum kommen sie dann wieder?!
Ihre Stimme war ausdruckslos, ohne das geringste Zittern. Es war keine Frage, eher das Verlesen der Anklageschrift vor der Urteilsverkündung. Sie sah ihm direkt in die Augen, und zum ersten Mal bemerkte er etwas in ihrem Blick, das ihn beunruhigte.
„Stell dich nicht so an“, versuchte er zu lächeln, doch es wurde ein gezwungenes Grinsen. „Mach die Tür zu, es zieht.“
„Du hast recht“, nickte sie mit derselben eisigen Ruhe. „Jemand muss gehen. Jetzt. Geh. Geh zu deinen Eltern. Und du kannst nicht nur eine Woche dort bleiben, sondern für immer. Verschwinde aus meinem Haus.“
Igor erstarrte einen Moment. Sein Verstand, der an das immergleiche Szenario gewöhnt war – ihr schmerzhaftes Schweigen, dann Tränen, dann seine herablassende Herablassung –, weigerte sich, diese neue Realität zu begreifen. Die Worte „Raus aus meinem Haus!“ klangen so klar und deutlich, dass sie wie ein absurder Systemfehler wirkten. Er blinzelte, und echte, fast kindliche Überraschung huschte über sein Gesicht. Dann verzog sich sein Gesicht zu einem schiefen, wütenden Lächeln.
„Meinst du das ernst?“, lachte er nervös und trat vor, um die verdammte Tür zu schließen und dem Zug und dem ganzen Drama ein Ende zu setzen. „Ira, bist du noch ganz bei Trost? Du willst mich rausschmeißen? Wegen so einer Kleinigkeit? Du willst unsere Familie zerstören, nur weil du meine Eltern ein paar Tage nicht reinlässt?“
Er wählte bewusst die Worte „unsere Familie“ und „unser Zuhause“, um sie in die vertraute Umgebung zurückzuholen, wo alles ihnen beiden – und somit auch ihm – gehörte. Doch Irina rührte sich nicht von der Stelle; sie versperrte ihm weiterhin den Weg zur Tür.
„Nein, Igor. Nicht ‚unser Haus‘. Meins“, korrigierte sie ihn, und dieses unausgesprochene Detail traf ihn wie ein Skalpell. „Meine Wohnung. Hast du das vergessen? Das ist meine Wohnung. Und du wohnst hier.“ Du bist ein Gast, der viel zu lange geblieben ist und aus irgendeinem Grund angefangen hat zu glauben, er hätte das Sagen.
Sein Gesicht rötete sich. Der Vorwurf der Intrigen und der Bereicherung war das Demütigendste, was er hätte hören können. Sein ganzes künstliches Sicherheitsgefühl, die Rolle des Familienoberhaupts, die er so sorgsam ausgefüllt hatte, zerbrach zu Staub.
„Ich wohne hier?!“, brüllte er und brach dann in einen Schrei aus. „Ich arbeite hier, ich verdiene Geld in diesem Haus! Haben Sie vergessen, dass ich nicht den ganzen Tag auf der Couch liege? Ich ernähre Sie und Ihre Wohnung!“
Irina neigte leicht den Kopf, und in ihren Augen erschien eine Art wissenschaftliche Neugier, als würde sie einen primitiven Organismus untersuchen.
„Du unterstützt mich? Interessant. Rechnen wir mal nach, Igor. Mein Gehalt fließt in die Hypothek für die Wohnung, die ich vor dir hatte. In die Fixkosten. In die Lebensmittel im Kühlschrank. In dieselben Putzmittel, für die du dich angeblich zu fein bist. Und wofür gibst du dein Gehalt aus, Igor? Sag mal. Ach ja. Für Benzin. Für die neuen Felgen, die du letzten Monat gekauft hast. Für deinen Freitagabend in der Bar mit deinen Freunden. Und für die teure Drohne, die seit sechs Monaten auf der Küchentheke verstaubt. Du bringst kein Geld ins Haus. Du gibst es für dich selbst aus, und ich lasse mich dein komfortables Leben hier finanzieren.“
Jedes ihrer Worte war eine trockene, emotionslose, sachliche Feststellung. Nicht vorwurfsvoll, sondern nüchtern. Und diese kalte Präzision erzürnte ihn weit mehr, als wenn sie geschrien und mit Tellern um sich geworfen hätte…
"Du... du hast alles genau protokolliert? Du hast einfach nachgezählt, wer wie viel ausgegeben hat? Du bist so kleinlich, berechnend..." Er brachte kein Wort heraus, seine Wut rang nach Luft.
„Ich habe gar nichts mehr gezählt. Ich habe einfach aufgehört, mich selbst zu belügen …“ Ihre Stimme wurde noch leiser, aber gerade das machte sie umso eindringlicher. „Lange Zeit habe ich so getan, als wären wir Partner. Als wären wir Familie. Ich habe die Augen davor verschlossen, dass du dich nicht wie ein erwachsener Mann benommen hast, sondern wie ein verwöhnter Teenager, der nicht wollte, dass ihn jeder mag.“
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