Dann sprach sie. Ihre Stimme war unheimlich ruhig, wie die einer Verkehrslotsin, die eine Evakuierungsanweisung verliest.
—„Nimm deinen Mantel vom Kleiderbügel.“ Mein Handy und mein Portemonnaie liegen auf der Kommode. Dort, in einer kleinen blauen Vase, stehen meine Autoschlüssel.
Sie sprach langsam und ließ jedes Wort wirken. Es war keine Anregung. Es war ein Befehl.
Igor erstarrte. Damit hatte er nicht gerechnet. Diese vollkommene, alles umfassende Gleichgültigkeit gegenüber seinen ungeheuerlichen Worten entwaffnete ihn. Es war nicht ihr Zorn, der ihn so sehr traf, sondern ihre Gleichgültigkeit.
„Die Schlüssel zu dieser Wohnung“, fügte sie im selben emotionslosen Tonfall hinzu, „lassen Sie auf der Kommode liegen. Sie werden sie nicht mehr brauchen.“
Lautlos drehte er sich um, wie ein Schlafwandler. Seine Hände fanden wie von selbst seine Lederjacke und zogen sie vom Kleiderständer. Er griff nach seinem Handy. Er zog seine Autoschlüssel aus der Vase, und seine Finger berührten das kalte Metall seines Wohnungsschlüsselanhängers. Einen Moment lang erstarrte er, dann zog er sie heraus und legte sie auf die lackierte Oberfläche der Kommode. Das Geräusch war leise, doch in der bedrückenden Stille klang es wie ein Schuss.
Er zog seinen Mantel an und überschritt die Schwelle, ohne sich umzudrehen. Irina sah ihm nicht nach. Sie drehte sich um und blickte den Flur entlang, in die Tiefen ihrer Wohnung – in die Tiefe. Er blieb einen Moment auf dem Treppenabsatz stehen und wartete auf etwas: das Zuschlagen einer Tür, einen letzten Fluch. Doch nichts geschah. Er verschwand einfach.
Sie umfasste den Griff und zog die Tür langsam zu sich. Die schwere Türplatte fiel lautlos in ihre Position. Sie drehte den Schlüssel um. Ein Klick. Eine Sekunde. Die Klicks waren trocken und endgültig.
Sie stand im Flur ihrer Wohnung. Allein. Und die Stille war nicht länger bedrückend. Sie war rein…
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