„Sehr geehrter Richter, ich habe meiner Frau die schönsten Jahre meines Lebens geschenkt.“
Arthur Gregorys Stimme, samtweich und geübt, zitterte leicht, um Mitgefühl, aber kein Misstrauen zu wecken. Er stand leicht gebeugt da, die Knöchel auf dem Geländer abgestützt. Sein Anzug saß perfekt, sein verzweifelter Blick war vor dem Spiegel bis zur Perfektion geübt. „Aber Marias Zustand … verschlechtert sich. Sie spricht nicht, reagiert kaum noch. Ich bin erschöpft und am Boden zerstört. Und jetzt auch noch diese Erbschaft.“ Er seufzte tief. „Marias verstorbener Vater, Gott hab ihn selig, hat ihr so viel zugemutet, dass sie in ihrem jetzigen Zustand einfach nicht mehr damit zurechtkommt. Es ist grausam ihr gegenüber. Ich möchte meine Frau einfach nur vor unnötigem Stress bewahren, sie beschützen.“
Im Gerichtssaal herrschte Stille, als der angesehene Mann gestand. Richterin Tamara Peterson, deren Gesicht wie aus Granit gemeißelt wirkte, starrte ihn mit einem schweren, undurchdringlichen Blick an.
Maria Gregory saß wie eine zerbrochene Porzellanpuppe in ihrem Rollstuhl. Ihre einst kornblumenblauen Augen glänzten nun wie bodenlose Abgründe des Schmerzes. Ihre schlanken Finger umklammerten ein gefaltetes Blatt Papier, bis ihre Knöchel weiß wurden. Neben ihr saß ihre Anwältin, Jennifer Svetlov, kerzengerade. Jennifer kompensierte ihre Jugend mit einem stählernen, intelligenten Blick.
„Mr. Gregory“, Jennifers Stimme durchbrach die dichte Stille wie ein Skalpell. „Sie sagen, Sie wollen Ihre Frau schützen. Sagen Sie mir, halten Sie es für einen Akt des ‚Schutzes‘, 150.000 Dollar zwei Wochen vor Einreichung dieser Klage auf ein Offshore-Konto zu überweisen?“
Arthurs Anwältin, Olga Larson, eine Frau mit dem Aussehen einer Polarnacht, hob träge die Augenbrauen. „Einspruch, Euer Ehren.“ Die Finanztransaktionen meines Mandanten sind für den psychischen Zustand seiner Frau irrelevant.
„Die Klage wird abgewiesen“, sagte der Richter ruhig. „Der Beklagte hat das Recht, die Motive des Klägers zu untersuchen. Bitte beantworten Sie die Frage, Herr Gregory.“
Artur zwang sich zu einem Lächeln und gab vor, die Akribie der Frau zu verachten. „Frau Svetlov, das waren geschäftliche Angelegenheiten. Sie verstehen das – Medikamente, Investitionen, Verträge. Ich arbeite unermüdlich, unter anderem, um Maria die beste Pflege und die besten Kliniken zu bieten. Alles für sie.“
„Selbstverständlich“, nickte Jennifer und sah ihn an. „Und ich nehme an, Ihre häufigen Geschäftsreisen ans Meer, wo zufällig Ihr Kollege Valery Sokolov wohnt, dienen auch dazu, Ihrer Frau die bestmögliche Pflege zukommen zu lassen?“
Arthurs Gesicht erstarrte einen Moment lang. „Das sind bösartige Unterstellungen.“ Ich werde es nicht zulassen…
„Und was ist mit Ihren regelmäßigen Treffen mit einem gewissen Sergei Belov in einem Restaurant, wo Sie, den Quittungen nach zu urteilen, über gewisse ‚Liefergeschäfte‘ und Bestechungsgelder gesprochen haben? Gehört das auch zu Ihren rührenden Anliegen?“
Die makellose Fassade des Ehemanns begann zu bröckeln. Olga Larson warf ihrer Mandantin einen warnenden Blick zu, doch Artur, wütend über den unerwarteten Angriff, verlor die Fassung. „Mein Privatleben und meine Angelegenheiten gehen Sie nichts an!“, brüllte er. „Wir sind hier, um über den Zustand meiner Frau zu sprechen!“
„Genau“, fuhr Jennifer mit leiser, aber bestimmter Stimme fort. „Wir sprechen über ihren Gesundheitszustand und Ihre Wünsche bezüglich der Verwaltung ihres Nachlasses. Ein Nachlass, den ihr Vater, Stephen, klugerweise mit Auflagen abgesichert hat, als hätte er es vorausgesehen.“ Die Anwältin hielt inne, um ihren Worten Raum zur Entfaltung zu geben. „Herr Gregory, glauben Sie wirklich, dass Ihre Frau in ihrem jetzigen Zustand nicht in der Lage ist, den Nachlass ihres Vaters zu verwalten?“
Arthurs Blick wanderte zu Maria, die zusammengesunken in ihrem Rollstuhl saß. In seinen Augen war kein Mitleid, keine Liebe, nicht einmal Gleichgültigkeit. Nur kalte, krankhafte Verachtung. Er lächelte breit. Er wandte sich dem Richter zu, sah aber seiner Frau direkt in die Augen und verkündete ein Urteil, das vielen im Gerichtssaal den Atem raubte.
„Meine Frau ist praktisch ein Pflegefall. Wozu braucht sie eine Erbschaft?“
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