Sie riss meiner Trauzeugin das Mikrofon aus der Hand. „Ich habe auch Neuigkeiten“, sagte sie. „Derek hat mir einen Heiratsantrag gemacht, und wir fliegen morgen nach Bali.“ Bali. Meine Flitterwochen. Meine Tickets. Ich sah meine Mutter lächeln. Sie hatte bei der Planung geholfen. Ich machte kein Aufhebens. Ich wartete bis zum nächsten Morgen am Flughafen. Was am Check-in-Schalter geschah, wurde dann in den Abendnachrichten…

Sie trug ein smaragdgrünes Brautjungfernkleid, das ich ausgesucht hatte, weil sie sich beschwert hatte, Pastellfarben ließen sie blass aussehen. Selbst an meinem Hochzeitstag habe ich ihren Wunsch berücksichtigt. Ihr Rock flatterte auf dem Boden, als sie direkt zum Brauttisch schritt.

Sie riss Jessica mitten im Satz das Mikrofon aus der Hand.

Ich habe sie buchstäblich unterbrochen.

Im Ballsaal war ein kollektives Aufatmen zu vernehmen.

Jessica erstarrte, ihr Mund stand noch offen, ihre Wangen waren gerötet vor Schock und Demütigung. Daniels Hand fand meine unter der Leinentischdecke, seine Finger umklammerten mich fester, als wollten sie mich an den Stuhl fesseln.

Brooke wandte sich mit einem Lächeln, an dessen Perfektionierung sie achtundzwanzig Jahre lang gearbeitet hatte, an der Menge zu – liebenswürdig genug, um charmant zu sein, und doch scharf genug, um mich mit Papier zu schneiden.

„Entschuldigen Sie die Unterbrechung“, sagte sie ohne jede Spur von Bedauern. „Aber ich habe auch aufregende Neuigkeiten, auf die ich schon sehr gespannt bin.“

Ein Raunen ging durch den Saal. Die Leute rutschten unruhig auf ihren Sitzen hin und her, unsicher, ob sie applaudieren, lachen oder starren sollten.

Daniel beugte sich zu meinem Ohr: „Bitte sag mir, dass das nicht …“

„Ich weiß es noch nicht“, flüsterte ich, aber mein Magen wusste es schon.

Brooke quietschte vor Freude und hob ihre linke Hand, als würde sie einen Preis überreichen. „Derek hat mir heute Morgen einen Heiratsantrag gemacht!“

Der Diamant funkelte hell unter den Kronleuchtern.

Ich hätte es ganz sicher bemerkt, wenn sie bei der Zeremonie dabei gewesen wäre. Ich umarmte sie, als wir zum Altar schritten. Ich drückte ihre Hand, als wir für die Familienfotos anstanden. Ich sah, wie sie mit den Beinen wippte, als ob sie mir einen Gefallen täte, indem sie da war.

Die Hälfte der Menge klatschte, entweder zu verwirrt oder zu…

 

Ich konnte nicht schlafen, weil ich im Kopf eine Checkliste durchging: Beweise gesammelt, Zugangsdaten angefordert, Kontakte benachrichtigt, Verfahren eingehalten.

Ich wollte keine Rache.

Ich wollte Verantwortung übernehmen.

Und ich wollte mein eigenes Leben zurück.

Um 4:40 Uhr morgens zog ich eine schwarze Hose und einen schlichten Pullover an. Kein Brautkleid. Keine Spitze. Ich band meine Haare zu einem tiefen Dutt und hängte mir das Lanyard um den Hals. Die Brosche mit der amerikanischen Flagge drückte kühl gegen mein Schlüsselbein.

Daniel blickte mich vom Bettrand aus an, noch in seiner Jogginghose, seine Augen rot vom Schlafmangel.

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